Besuch aus der Politik zum SC-Programm

Am 02.09.2025 war Frau Kerstin Griese, MdB und parlamentarische Staatssekretärin zu Besuch in der MLKS und hat sich über die Umsetzung des Startchancenprogramms bei uns an der Schule informiert. 

 

Weitere Informationen: 

 

In 90 Minuten um die Berufswelt - 200 Schüler/innen packen an

 

An der Martin-Luther-King-Schule fand jetzt die Beruferallye statt

 

Ein regnerischer Montagmorgen in der letzten Schulwoche vor den Sommerferien in Velbert. Das übliche Programm wird abgespult: Filme schauen, Spiele spielen, Bücher abgeben, vielleicht ein Ausflug? Weit gefehlt!

 

Für die Jahrgangsstufen 8 und 9 der Martin-Luther-King-Schule (MLKS) und der Realschule Kastanienallee gab es so kurz vor den Ferien noch einmal richtig Action. Matthias Wischnewsky, Koordinator Berufliche Orientierung an der MLKS, erklärt: "An neun Stationenen besetzt mit lokalen Unternehmen aus dem Handwerk, Industrie- und Dienstleistungsbereich ist Mitmachen angesagt."

 

Denn bei der Beruferallye an der MLKS geht es nicht um Bewerbungs-mappenchecks oder darum, Visitenkarten zu sammeln. Hier wird richtig angepackt. Beim Legen von Pflastersteinen mit den Technischen Betrieben Velbert etwa: Nikos Kortsalis, früher selbst Schüler an der MLKS, leitete an dieser Station die Jugendlichen an.

 

Daneben standen Schiefer hauen mit den Dachdeckern der Firma Mithy Space oder ein Gerüst aufbauen mit dem Betrieb Jörg Motzkau auf dem abwechslungsreichen Programm. Bei all diesen Tätigkeiten konnten die Jugendlichen in verschiedene Berufe hineinschnuppern. Etzrin aus der 8B berichtet: "Mir hat vor allem das Dachdeckerhandwerk gefallen, weil ich gut mit dem Werkzeug umgehen konnte. Vielleicht mache ich hier mein nächstes Praktikum."

 

Die Unternehmen auf der anderen Seite haben ebenfalls einen Nutzen von der Veranstaltung, wie Nina Stephan von BKS ausführt: "Wir wollen jungen Menschen technische Berufe nahebringen und das Interesse für eine mögliche Ausbildung wecken."

 

Ein weiteres Ziel der Beruferallye ist es, Geschlechterklischees aufzubrechen. So versuchen sich die Jungs selbstverständlich am Pflegeberuf mit dem Helios Kliikum Niderberg oder arbeiten mit dem Lockenstab bei Friseur Paciello. Emily Fizia, vor einem Jahr noch Schülerin an der MLKS und nun Auszubildende zur Pflegekraft, meint dazu: "In meiner Ausbildungsklasse sind 24 Mädchen und kein Junge." Dazu wirft Ausbilderin Andrea Will ein: "Über alle Helios-Standorte liegt die Zahl allerdings bei 15% männlichen Azubis, Tendenz steigend."

 

Auf der anderen Seite sind die Mädchen auch dann gefragt, wenn es darum geht, elektrische Schaltungen mit den Firmen Lomberg und ETEC zu bauen oder mit dem Sanitärbetrieb Lipka aus Mettmann Kupferrohre zu pressen. Geschäftsführerin Silke Lipka leitet den Betrieb gemeinsam mit ihrer Schwester und weiß um die Schwierigkeiten, junge Mädchen für das Sanitärhandwerk zu begeistern: "Die Hemmschwelle für die Mädchen ist oft zu groß. Wir haben schon Schwierigkeiten, Praktikantinnen zu finden, von weiblichen Auszubildenden ganz zu schweigen." Hoffentlich kann die Beruferallye ihren Teil dazu beitragen, diese Hemmschwelle zu senken.

 

Und wer nach all dem Anpacken meinte, im Büro werde nur eine ruhige Kugel geschoben, musste bei Markus Meurer von der IHK seinen Kopf anstrengen. An seiner Station sollten die Schülerinnen und Schüler Aufgaben nach Dringlichkeit sortieren. Da wünschte sich manch einer wieder an das schwere Gerät der Handwerksbetriebe zurück.

 

Dass die Hauptschule so eine Veranstaltung auf die Beine stellt, mag für einige überraschend sein, nicht aber für Roswitha Kamp, kommissarische Schulleitung an der MLKS: "Unsere Schule hat schon seit langer Zeit einen starken Fokus auf Berufliche Orientierung. Dass wir diese gewachsenen Kompetenzen und Kontakte mit unserem kleinen Team auch zum Gelingen einer solchen Veranstaltung einbringen können, zeigt, was an der Hauptschule möglich ist."

 

Dem ist nichts hinzuzufügen. Bleibt nur zu hoffen, dass sich aus der Veranstaltung auch das ein oder andere Prakikum und vielleicht eine Ausbildungsstelle ergeben.